YOGA im Trinkpavillon entfällt bis auf weiteres

Leider haben wir sich nicht genug Frühyogaristinnen bei uns im Trinkpavillon eingefunden.

Deshalb müssen wir YOGA bis auf weiteres absagen.                 Unser Yogafrosch muss sich jetzt alleine dehnen und strecken …schnief.

 

Die Stadthalle und andere Baustellen!!!

Vortrag, Talk, Diskussion
Bonner Baukultur-Salon (Nr. 6)
Montag 01.Oktober 2018 // 19.00 Uhr

Die Stadthalle und andere „Baustellen“

Sehr großes Interesse fand diese Veranstaltung, eine Zusammenarbeit der Werkstatt Baukultur Bonn mit dem Verein Bürger.Bad.Godesberg e.V.

Der Trinkpavillon war picke-packe voll und die Gäste lauschten einer überaus interessanten Diskussion.

GENERAL-ANZEIGER 03-10-2018 // Plädoyer gegen Zentralismus in Bonn

Impulse, Diskussionen und eine besondere Erfrischung: Beim Baukultur-Salon im Godesberger Trinkpavillon ging es um die Architektur dieses 1969 errichteten Bauwerks und die verwandten Bauten in der Stadt, um Visionen für die Godesberger Stadthalle und ihr Umfeld und nicht zuletzt um den Umgang mit Bauten des gegenwärtigen Bestands in Bonn überhaupt. Dazu gab es natürlich ein Gläschen Wasser aus der Kurfürstenquelle.

Am Ende wurde ein offenes Statement veröffentlicht:

Die „Gemeinsame Stellungnahme“, die wir hier wiedergeben, wurde initiiert vom Regionalverband Bonn/Rhein-Sieg/Ahr im Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., Mitunterzeichner sind Bürger.Bad.Godesberg e.V., Rettet die Amerikanische Siedlung Plittersdorf e.V. und die Werkstatt Baukultur Bonn. Der Text wurde vorgestellt am 1. Oktober 2018 im Rahmen des Bonner Baukultur-Salons Nr. 6 im Trinkpavillon an der Stadthalle Bad Godesberg.

Im Zuge der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Bonner Theaterspielstätten fordern wir eine Entscheidung für Variante 1 oder 2 des vorliegenden Gutachtens der actori GmbH – also den Erhalt und die Sanierung von Schauspielhaus und Oper. Damit wäre dann auch der Weg frei für eine Instandsetzung und Aufwertung des Baudenkmals Stadthalle Bad Godesberg, die im Leitbildprozess für Bad Godesberg zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger als „wichtig“ bezeichnet haben.

Das Gutachten zu den Theaterspielstätten hat die gute Wirtschaftlichkeit einer Sanierung herausgestellt. Da in bisherigen Diskussionen vor allem die angebliche finanzielle „Unkalkulierbarkeit“ gerade solcher Maßnahmen betont worden ist, sollte dieses Ergebnis jetzt auch ernst genommen werden anstatt weiterhin reflexhaft auf die Probleme mit der Beethovenhalle zu verweisen. „Bauen im Bestand“ ist eine wichtige Zukunftsaufgabe, die Erfahrungen damit werden ständig größer und auch Neubauprojekte garantieren niemals die Einhaltung der Kostenkalkulation.

Die Sanierung von stadtbildprägenden und denkmalgeschützen Bauwerken ist außerdem nie nur ein technischer Vorgang. Eine Stadt kann sie auch zu einem Projekt machen, sie positiv begleiten und damit zu deren „Neuentdeckung“ einladen – die Oper, das Schauspielhaus und die Stadthalle bieten dafür viel Potential. Das Opernhaus von 1965 ist ein markanter Baustein der Stadtsilhouette am Rhein, seiner hochwertigen Ausstattung und den Lichtinstallationen des weltbekannten Künstlers Otto Piene in Saal und Foyer müsste ein Neubau erst einmal etwas Gleichwertiges entgegensetzen. Die ehemaligen Kammerspiele sind gerade erst mit großem Erfolg als Schauspielhaus neueröffnet worden, womit auch ihre zentrale Lage mitten im Zentrum von Bad Godesberg noch einmal betont wurde. Bei der Stadthalle von 1957 ist das auskragende Vordach nur das sichtbarste Merkmal eines Bauwerks im „beschwingten Look“ der 1950er Jahre. Darüber hinaus ist die Stadthalle auch historisch bedeutend (Verabschiedung des „Godesberger Programm“ der SPD im Jahr 1959, die Aufnahme in den „Weg der Demokratie“ ist beschlossen) und sie hat „funktioniert“ – in wirtschaftlicher Hinsicht und als sozialer Treffpunkt im Stadtbezirk.

Bedenklich finden wir, welche geringe Rolle der seit 2012 bestehende Denkmalschutz der Stadthalle bei den bisherigen Überlegungen gespielt hat. Im Wissen darum, dass dieser Status in letzter Instanz auch aufgehoben werden kann, scheint der Denkmalschutz nur noch als „Hürde“ neuer Planungen zu gelten. Als das nordrhein-westfälische Denkmalschutzgesetz im Jahr 1980 in Kraft trat, war ihm aber eine langandauernde öffentliche Debatte um Geschichtsbewusstsein und auch um lebenswerte Städte vorausgegangen. Heute kommt noch die ökologische Frage dazu, gerade in der „Klimahauptstadt Bonn“: Ein Abriss ist immer eine gewaltige Vernichtung von Ressourcen und sollte nur die letzte Option sein.

Wir glauben deshalb, dass eine Sanierung von Oper, Schauspielhaus und Stadthalle sich lohnt: Sie kann Teil einer zukunftsgerichteten Weiterentwicklung sein, die in Bonn auf Vielfalt und den Ausbau vorhandener Qualitäten setzt statt auf einen vermeintlichen „großen Wurf“ zu hoffen – so wie es sich eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger schließlich auch im umstrittenen Bürgerentscheid zur Bäderfrage gewünscht hat. Wenn dieser Prozess zügig und selbstbewusst umgesetzt wird, kann das durchaus zur Stärkung der Bonner Identität beitragen. Daran wollen auch wir, als in der Stadt und im Stadtbezirk Bad Godesberg engagierte Vereine und Initiativen, gerne mitwirken.

Die Werkstatt Baukultur ist eine 2011 gegründete Kulturgruppe an der Universität Bonn. Ihre Themen sind Architektur, Denkmalpflege und Städtebau, vor allem die Bauten und Anlagen aus den drei Jahrzehnten zwischen 1950 und 1980. Die Initiative will dazu anregen, deren Wert als Baukunst zu entdecken, als sinnstiftende historische Bezugspunkte und als Räume, in denen sich Zukunft abspielen kann. Die Werkstatt Baukultur Bonn organisiert seit 2012 im Auftrag der Bundesstadt Bonn den Tag des offenen Denkmals, zurück geht sie auf die „Initiative Beethovenhalle“, deren ehrenamtliches Engagement 2010 mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet worden ist.