Baumlehrpfad Redoutenpark
Redoutenpark Bad Godesberg
Bäume sind Lebensbegleiter mit großen Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Bereits der bekannte Bonner Gartenarchitekt und Stadtplaner Lenné nannte sie Lunge der Stadt. Das aktuelle Baumkonzept der Stadt Bonn basiert auf diesen Gedanken.
In der Umsetzung eines solchen Konzeptes treten oftmals Probleme auf. Umso wichtiger ist es, früh genug Transparenz herzustellen und in einen offenen Dialog zu treten. Dies betrifft sowohl Neupflanzungen, Baumpflege und zwingend notwendige Fällungen.
Leitlinie sollte dabei die Wertschätzung des langjährigen Wachstums der Bäume mit ihrem vielfältigen Nutzen sein.
Mit den Baumbeschilderungen möchten wir dazu beitragen, die Bäume in all ihrer Vielfalt bekannt zu machen und die weitere Entwicklung des Stadtparks und des Redoutenparks zu begleiten. Hierzu sind auch besonders Schulen eingeladen.
Direkter Ansprechpartner im Verein ist Joachim Schäfer.
Erreichbar per Mail: lehrpfade@buergerbadgodesberg.de oder telefonisch 0228 96758492
Erneuerung der Baumbeschilderung
Die 4 Informationstafeln sind an folgenden Zugängen zum Redoutenpark:
- neben dem Haus an der Redoute (Bezirksverwaltungsstelle)
- hinter der Redoute am Zugangsweg zum Redoutenpark
- am Zugang von der Elisabethstraße
- am Zugang neben dem Rathaus-Parkplatz
Die Infotafeln enthalten QR-Codes zur Präsentationsseite der Stadt Bonn und zur Webseite des Vereins Bürger.Bad.Godesberg e.V.
- Bäume sind die gewaltigsten und eindrucksvollsten Schöpfungen der Natur.
- Sie sind die höchsten und größten Lebewesen auf der Erde.
- Mit ihren markanten Wuchsformen und ihrer kraftvollen Schönheit sind sie in der Landschaft, in Parks und auf Stadtplätzen große Gestaltungselemente und bestimmen so den Charakter und die Stimmung derselben.
- Ihre ökologischen Leistungen und Funktionen sind so einzigartig, dass ohne sie die Pflanzen, Menschen und Tiere nicht existieren können.
- Pflanzen sind die einzigen Lebewesen, die Sauerstoff, Glucose (Kohlenhydrat Zucker, Stärke), Holz usw. herstellen können.
- Sie filtern Staub, sorgen für ein gutes Kleinklima und schützen ihre Umgebung mit vielfältigen Wohlfahrtswirkungen. Für Tiere, wie Vögel, Insekten, Pilze usw., bieten sie Lebensraum. Sie regulieren das Bodenleben und den Wasserkreislauf.
Für verstädterte, moderne Menschen sind Bäume und Wälder ein Ausgleich gegen den Zwang der technisierten Lebenswelt und Quelle der Erholung.
Bad Godesberg war ein kleiner Ort am Fuße des Godesbergs, von Sumpfgebiet, Altrheinarmen und Maaren umgeben. Die Talebene zwischen Siebengebirge und der oberen Rheinterrasse ist ein schönes Fleckchen Erde mit südländischem Klima.
Entwicklung und Aufwertung erhielt der kleine Ort durch den Vulkanismus und die damit entstandenen Mineralquellen, die den Römern bereits bekannt und 684 erstmals erwähnt wurden.
Durch Zufall erfuhr der Kölner Kurfürst Clemens August (1696-1761) – der auf dem Weg zur Heilbehandlung nach Bad Breisig war – von der Quelle am Draitschbusch, die als Viehtranke genutzt wurde. Er ließ sich von Badfachleuten aus Spa in Belgien beraten und die Quelle erstmals fassen. Er verstarb unverrichteter Dinge früh, so dass sein Nachfolger Kurfürst Maximilian Franz das Gelände erwarb und Bad Godesberg als Badeort und Heilbad ausbaute. Die Quelle wurde neu gefasst und es wurde gebaut: Badeanlagen, Kaltwasser-Heilanstalt, Apotheke, Gasthaus, Ballhaus, die Redoute, Theater, Logierhäuser, Parkanlagen, Promenaden, Alleen u.v.m. Es entstand ein reger Bade- und Amusierbetrieb.
Nach der französischen Revolution war es mit dem kurfürstlichen Herrschertum vorbei. Eigentümer und Nutzer wechselten häufig.
Mit dem Bau der Eisenbahn und dem Aufkommen der Dampfschifffahrt im Rheintal stellten sich Bankiers und Industriebarone aus Köln, Wuppertal und Krefeld ein, die das mediterrane Bad Godesberg zu ihren Sommersitzen machten. Es entstanden ganze Straßenzüge mit klassizistischen Villen, einschließlich Parkanlagen mit exotischen Pflanzen und Bäumen, die sie aus dem Süden mitbrachten.
Als die Familie Wendelstadt die Redoute erwarb, war der Vorgarten im barock-französischen Gartenstil bereits gestaltet. Zur Erweiterung wurde 1855 im südwestlichen Bereich ein 30 Morgen großer Weinberg in Hanglage in eine Parkanlage im englischen Gartenstil mit Freiräumen, Rasenflächen, Rundwegen, Grotten, Bachlauf, Weiher, Baumgruppen und Pflanzflächen angelegt. Gartenbaumeister K.W. Nelle aus Kassel wurde mit Planung und Ausbau beauftragt.
Ziel war es, Architektur und Natur in eine harmonische Verbindung zu bringen. Nelle brachte aus südlichen Ländern und Amerika Pflanzen und Bäume für den Park mit, die teilweise noch erhalten sind.
Zur Charaktererhaltung des Parks wurde dieser Stil beibehalten, exotische Bäume wurden nachgepflanzt. Mit Zunahme der Bekanntheit und Ausweitung des Bade- und Erholungsbetriebs wurde die nähere und weitere Umgebung, wie der Draitschbusch mit den Mineralquellen, die Marienforster Promenade (Spazierweg) und die Verbindung zum im Kottenforst gelegenen Stadtwald mit dem Lönsdenkmal mit Spazierwegen, Weiher, Bachläufen und Sitzplätzen mit Ruhebänken usw. erschlossen. Sie wurden und werden z.T. heute noch von Einheimischen und Touristen sehr angenommen.
Die klassizistische Redoute wurde genutzt für: musische Veranstaltungen, Konzerte, Theater oder Bälle. Ab 1972 sicherte sich die Bundesregierung nach größeren Umbauten – insbesondere für das Auswärtige Amt – die Nutzung des Hauses für Empfänge und Staatsbesuche. Derzeit wird die Redoute für Veranstaltungen durch Vermietung genutzt.
Die Parkanlagen – Stadtpark | und II mit der Stadthalle – wurden 1890/91 und 1924/34 von dem Kölner Gartenmeister Kowaleck im englischen Gartenstil aus teils vorhandenen Villengärten geplant und ausgebaut. Diese Parkanlagen mitten in der Stadt sind ein einzigartiges Juwel für Bürger und Besucher.
Die weitere Entwicklung der Stadt wurde von weitsichtigen Bürgermeistern wie Carl- August von Groote, Anton Dengler und Josef Zander bestimmt. Sie schufen u.a. das sogenannte Villenviertel, die Erweiterung zum Rhein mit Villen, Parkanlagen, Alleen, die die Bezeichnung „Gartenstadt“ begründen.
Nach in Krafttreten der Raumordnung 1969 und der Wiedervereinigung (Wegzug der Bundesregierung, der Verbände, diplomatischer Vertretungen und den damit verbundenen finanziellen Einbrüchen), stagnierte die Fortentwicklung auch im Park-, Grün- und Erholungsbereich.
Karl-Josef Klein (ehem. Gartenbaumeister der Stadt Bonn)
(weitgehend übernommen aus: Vom Redoutenpark bis Stadtpark I und II)
Neben den Menschen, die die Wiederbelebung der Baumbeschilderung möglich gemacht haben, sind wir zwei Menschen zu besonderem Dank verpflichtet.
Karl-Josef Klein (ehemaliger Gartenbaumeister und vereidigter Sachverständiger)
Er hat mit Joachim Schäfer u.a. die Informationen zu den Bäumen erarbeitet, die dann mit dem Amt für Umwelt und Stadtgrün der Stadt Bonn abgestimmt wurden.
Engelbert Reineke (Fotograf)
Die Fotos zu den ausgewählten Bäumen der Lehrpfade entstanden in der Zeit von 2024 bis zum Frühjahr 2026. Dies hat Engelbert Reineke mit sehr viel zeitlichem Einsatz zu allen möglichen Tages- und Wetterzeiten geleistet. Er hat als ehemaliger Fotograf des Bundespresseamtes in liebevoller und intensiver Arbeit weit mehr als 1.000 Fotos von den Bäumen gemacht und dem Verein alle Fotos zur Verfügung gestellt. Eine Auswahl davon ist für Interessierte auf der Seite www.buergerbadgodesberg.de frei zugänglich.
Copyright: Für alle Inhalte dieser Broschüre, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, liegt das Urheberrecht, soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, bei dem Verein Bürger.Bad.Godesberg e.V.
Auf Initiative des Vereins Bürger.Bad.Godesberg e.V. und in enger Kooperation mit dem Amt für Umwelt und Stadtgrün der Stadt Bonn wurden 2022 / 2023 im Stadtpark I und II 2 Baumlehrpfade mit 62 Bäumen festgelegt. 2025 begann Joachim Schäfer mit dem Baumlehrpfad 3 im Redoutenpark, für den er mit Karl-Josef Klein und dem Amt für Stadtgrün und Umwelt 40 Bäume auswählte.
Der Baumlehrpfad 3 hat aufgrund seiner Lage 4 Infoschilder mit den Markierungen der Bäume auf einem Kartenausschnitt.an verschiedenen Eingangsbereichen. (hiner der Redoute; am Haus an der Redoute; am Parkplatz hinter dem Rathaus; am Zugang oberhalb von der Elisabethstraße)
Jeder dieser Bäume hat ein Baumschild mit einer Kurzvorstellung des jeweiligen Baumes. Weitere Informationen können auch an den Bäumen oder über QR-Codes auf den Infotafeln abgerufen werden.
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